Martin Sellner ist ein umtriebiger österreichischer Rechtsextremist und war von 2015 bis 2023 Sprecher der dortigen Identitären Bewegung. Er vertritt völkische, rassistische und antisemitische Positionen. In mehreren Ländern bestand oder besteht gegen ihn ein Einreiseverbot: in die Schweiz, in das Vereinigte Königreich, in die USA. Auch für Deutschland wurde auf Antrag der Stadt Potsdam ein Einreiseverbot verhängt, welches aber aufgrund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Potsdam im Eilverfahren derzeit nicht vollzogen werden darf.
Grund für das Einreiseverbot in Deutschland war das durch die Correctiv-Recherche bekannt gewordene Treffen in Potsdam, bei dem u.a. Sellner einen Vortrag über „Remigration“ vor versammelten Gästen aus dem gesamten rechten Spektrum inklusive AfD-Mitgliedern hielt, in dessen Folge in Deutschland Millionen von Menschen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und Vielfalt auf die Straße gingen.
Vorträge hält Sellner weiter gerne. Im Frühjahr des Jahres 2025 befindet er sich erneut auf einer Lesereise durch Deutschland. Auch Schleswig-Holstein ist sein Ziel. Da Rechtsextremisten bei ihren Veranstaltungen immer mit Widerstand der Zivilgesellschaft rechnen müssen, bleiben die Austragungsorte oftmals bis zuletzt geheim. Sellners Lesung am 02.03.2025 war zunächst in der Kieler Umgebung geplant. Aufgrund der zu erwartenden Proteste tritt der Österreicher dann letztlich in Nordhastedt in Dithmarschen auf. Vor ca. 70 Teilnehmer*innen trägt er in der Gaststätte „Zum alten Bahnhof“ seine Theorien zum Thema „Remigration“ vor.
Eine so große Überraschung ist der neue Veranstaltungsort allerdings nicht. In den „Alten Bahnhof“ wird nicht nur zum sonntäglichen Tanztee und zu Hochzeiten eingeladen, hier fanden schon mehrfach extrem rechte Treffen statt. Mit Blick auf den Betreiber verwundert das nur wenig: Derjenige, der an diesem Sonntag seinen Gästen statt Musik und Tanz einen Auftritt des Popstars der extrem rechten Szene bietet, ist niemand anderer als Mario Reschke, der Kreisvorsitzende der AfD in Dithmarschen.
Mittlerweile läuft gegen Herrn Reschke übrigens ein Parteiausschlussverfahren. In der AfD wird beanstandet, dass in seiner Gaststätte am 29.03.2025 ein weiteres Rechtsrock-Konzert stattgefunden haben soll. Seltsam. Bislang waren Veranstaltungen dieser Art in Reschkes Gasthof kein Anlass, um bei der Partei Anstoß zu erregen. Auch der Auftritt des Rechtsextremisten Sellner stellte kein Problem dar. Ob der Schritt gegen Reschke eine Strategie andeutet, sich angesichts der Einstufung als "gesichert rechtsextremistisch" durch das Bundesamt für Verfassungsschutz am 02.05.2025 in der Öffentlichkeit als weniger radikal zu zeigen? Wenn möglicherweise bereits die Einstufung als "gesichert rechtsextremistisch" zu einem etwas gemäßigteren Verhalten der AfDler führt, was für Auswirkungen hätte dann wohl ein Parteiverbotsverfahren?
AfD in Schleswig-Holstein schließt Mario Reschke aus
Das Landesschiedsgericht hat Reschke nach NDR Informationen bereits am Sonnabend ausgeschlossen. Zudem ist der Kreisvorstand abgesetzt worden.
Martin Sellner – Wikipedia
Geheimplan gegen Deutschland
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