Jan Petersen-Brendel, mittlerweile Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Schleswig-Flensburg, veröffentlichte über Twitter/ X folgenden Tweet:

Für diejenigen, die mit dem Datum vielleicht nicht sofort etwas anfangen können: Beim 20. April handelt es sich um den Geburtstag Adolf Hitlers. Die meisten wissen das, und Herr Petersen-Brendel weiß das selbstverständlich auch. Die Absicht des AfD-Manns ist vollkommen klar: Er will mit seinem Tweet provozieren. Aber steckt noch mehr dahinter? Was will Herr Petersen-Brendel uns sagen? Es ist wohl kaum unzulässig, hier nicht mindestens eine Relativierung und Verharmlosung des Nationalsozialismus zu erkennen, wenn nicht gar mehr zu vermuten.
Angesichts der historischen Erfahrung des Nationalsozialismus ist das Kokettieren mit Hitler und dem NS-Regime unfassbar. Es zeugt von Verblendung und Bösartigkeit. Gegenüber der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft eine relativierende Haltung einzunehmen und die Verbrechen und Grausamkeiten zu bagatellisieren, ist inakzeptabel. Die Wissenschaft bewertet die Verharmlosung und Relativierung des Nationalsozialismus als ein Strukturelement extrem rechter Weltanschauungen. Also bleibt festzuhalten, dass sich Herr Petersen-Brendel hier eines typisch rechtsextremistischen Musters bedient.
Es sei nur noch einmal stichwortartig zusammengefasst, was Hitler und das NS-Regime bedeuteten: Diktatur, Verfolgung, Mord und ein Ende der Freiheit, die Herr Petersen-Brendel vorgeblich wertschätzt. Hitler und der Nationalsozialismus stehen dafür, einen Weltkrieg mit Millionen von Toten vom Zaun gebrochen zu haben, sie stehen für Völkermord und einen Kontinent in Trümmern. Alle wissen das. Alle kennen die Bilder. Alle haben das in der Schule gelernt. Vielleicht sollte Herr Petersen-Brendel dort noch einmal ein paar Runden drehen. Es könnte auch für die Verbesserung der Grammatik seiner Tweets fruchtbar sein.
Herr Petersen-Brendel versuchte sich übrigens nach dem Post herauszureden. Nicht Hitlers Geburtstag sei gemeint gewesen, sondern die Aufhebung von Corona-Maßnahmen. Entsprechend ging er gerichtlich gegen die Kieler Nachrichten vor, die in einem Bericht den Post "als Geburtstagsglückwünsche für Adolf Hitler" bezeichnet hatten. Petersen-Brendel holte sich eine blutige Nase: Das Landgericht Flensburg wies seine Klage vollumfänglich ab. Auch für das Gericht bestanden keine Zweifel, dass der Post darauf abzielte, eine Verindung zu Hitlers Geburtstag herzustellen.
Glückwünsche für Adolf Hitler auf Facebook: AfD-Politiker Jan Petersen-Brendel erleidet Schlappe vor Gericht
Schlappe für AfD-Mann Jan Petersen-Brendel: Die Klage gegen die Berichterstattung zum umstrittenen Hitler-Post am 20. April wurde abgewiesen.